LIBYEN
Menschen auf der Flucht weltweit
In dem Moment, in dem ich Libyen betreten habe, wurde ich in Geiselhaft genommen. Sie schlagen dich mit der Rückseite ihrer Gewehre. Sie binden deine Hände und Beine zusammen und legen dich auf den Bauch, manchmal für mehrere Tage. Tagsüber brennt die Sonne auf dich herab und nachts ist dir eiskalt. Du hast nichts zu essen.
Ein junger Mann aus Eritrea an Bord des Rettungsschiffes Aquarius
In fast zwei Wochen habe ich Opfer sexueller Gewalt gesehen und Menschen behandelt, die brutal misshandelt, mit Stromschlägen und geschmolzenem Plastik gefoltert wurden und kriegsbedingte Wunden erlitten haben. Ein Drittel meiner Patient*innen sind Kinder unter 18 Jahren. Sie alle haben auf ihrer Flucht unerträgliches Leid erlebt, bevor sie gerettet wurden.
Dr. Luca Pigozzi, Arzt an Bord der Ocean Viking
Wir wurden mit Rohren und Stöcken geschlagen. Sie benutzten auch Elektroschocks. Es gab viele Infektionen und keine medizinische Versorgung. Ich habe gesehen, wie ein Mann, der neben mir schlief, starb. Seine Arme und Beine waren zusammengebunden, eines Morgens fanden wir ihn tot auf.
Ein junger Mann aus Nigeria auf unserem Rettungsschiff Prudence