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Südsudan

Katastrophale Lage zehn Jahre nach Gründung

Zehn Jahre nach Gründung des Südsudans ist Ärzte ohne Grenzen zutiefst besorgt über die humanitäre Lage der Menschen in dem Land. Schätzungen zufolge sind aktuell 8,3 Millionen Menschen – mehr als zwei Drittel der Bevölkerung – dringend auf humanitäre Hilfe und Schutz angewiesen.

Rund 2,2 Millionen Menschen aus dem Südsudans sind in die Nachbarländer geflohen. Mehr als 1,6 Millionen Menschen sind Vertriebene im eigenen Land. Selbst im günstigsten Fall wird der Südsudan auf absehbare Zeit von humanitären Krisen bedroht bleiben und noch einige Zeit auf Hilfe angewiesen sein.

Teams von Ärzte ohne Grenzen berichten, dass in verschiedenen Flüchtlingslagern drei bis fünf Kinder pro Tag an vermeidbaren oder vergleichsweise gut behandelbaren Krankheiten wie Malaria starben. In einigen Gebieten verbreitete sich während des Konfliktes die parasitäre Infektionskrankheit Kala Azar. Darüber hinaus gab es unter anderem Ausbrüche von Masern, Hepatitis C und Cholera. Auch die mentale Gesundheit der Menschen im Südsudan ist nach vielen Jahren der Gewalt besorgniserregend.

Die Region ist seit fast 40 Jahren einer der geografischen Schwerpunkte, in denen Ärzte ohne Grenzen im Einsatz ist. In den vergangenen zehn Jahren haben Mitarbeitende der Organisation unter anderem 2,3 Millionen Menschen wegen Malaria-Erkrankungen behandelt, 635.000 Menschen gegen Masern geimpft und 146.000 mangelernährte Patient*innen behandelt. 24 Mitarbeitende von Ärzte ohne Grenzen sind seit der Staatsgründung getötet worden.

Der Bericht in englischer Sprache “South Sudan at 10: An MSF record of the consequences of violence” steht zum Download zur Verfügung, ebenso die englische Zusammenfassung des Reports.

Für weitere Auskünfte sprechen Sie uns an

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Holger Vieth
- Pressestelle